Der Mann von Milow

Veröffentlicht am 1. November 2026 um 11:26

Seit 2008 befinden sich die Originalfunde im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg in Brandenburg an der Havel. Dort entdeckte der Milower Tourismusausschuss-Vorsitzende Holger Schiebold mit seiner Frau das ausgestellte Exponat. Ihm wurde dabei sofort klar, dass der „Mann von Milow“ in irgendeiner Form wieder zurück nach Milow gehört.

In einem Gespräch mit Winfrid Ganzer und Holger Schiebold hatte dann Dr. Rainer Kossian vom Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel beiden mitgeteilt, dass es kein Problem wäre, eine originalgetreue Kopie der Gesichtsrekonstruktion und der Grabbeigabe anfertigen zu lassen.

Holger Schiebold und Winfrid Ganzer initiierten dann eine Spendenaktion und warben für ihr Projekt. Durch die Spenden und die freundliche Unterstützung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse gelang es schließlich mit Hilfe finanzieller Mittel die Herstellung der Repliken von Schädel und Grabbeigabe sowie die Anfertigung der Ausstellungsvitrine samt Medienstation zu realisieren. Der begleitende Film der Medienstation zeigt wie Anhand morphologischer Merkmale am Knochen und abgesichert durch statistische Messungen am Jetztmenschen Anthropologen heute in der Lage sind, das Aussehen urgeschichtlicher und jüngerer Menschen bei gut erhaltenen Schädeln zu rekonstruieren. Die Gesichtsrekonstruktion des Mannes wurde im Jahr 2006 in Zusammenarbeit zwischen der Charité Berlin und dem Landeskriminalamt Brandenburg, unter der Federführung der Gerichtsmedizinerin Frau Hoevenberg, nach neuesten wissenschaftlichen und forensischen Gesichtspunkten erfolgreich durchgeführt. Am 30. März 2014 war es dann soweit. Zum Saisonstart des NABU-Naturparkzentrums Milow wurde die Vitrine mit den Repliken von Holger Schiebold und Winfrid Ganzer feierlich enthüllt. Gemeinsam mit Landrat Dr. Burkhard Schröder drückten dann beide den Startknopf des vierminütigen Videos der Gesichtsrekonstruktion des Mannes von Milow.

 

Das Havelland zählt mit seinen fischreichen Gewässern und fruchtbaren Böden zu den ältesten Siedlungsgebieten des heutigen Brandenburgs. Der Mann von Milow hat hier vor etwa 5300 Jahren, also in der Jungsteinzeit, gelebt. Er gilt damit als der älteste – bekannte – Havelländer überhaupt.

Entdeckt wurde unser „Urmann” 1967 bei Schachtarbeiten für eine Wasserleitung in Milow, an der heutigen Stremmestraße. Gefunden wurde damals eine Grabstelle mit den Resten eines Skeletts, beerdigt in der so genannten Hockstellung, die typisch für die Stein- und Bronzezeit ist.

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