Tanzprojekt mit Ekel-Show soll 240.000 Euro Fördergeld erhalten

Veröffentlicht am 30. Oktober 2026 um 15:27

Das umstrittene Tanzensemble „bodytalk“, dessen Performance im Paderborner Dom bundesweit für Empörung sorgte, soll in den kommenden drei Jahren fast eine Viertelmillion Steuergeld aus Nordrhein-Westfalen erhalten.

Die Tänzer des Ensembles sollen für ihre Projekte von 2027 bis 2029 jährlich jeweils 80.000 Euro erhalten. Insgesamt würde das eine Förderung von 240.000 Euro bedeuten.

Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Hartmut Beucker hervorgeht, hat eine unabhängige Jury das Ensemble für den nächsten Förderzeitraum der „Spitzen- und Exzellenzförderung Tanz“ vorgeschlagen. Die endgültige Förderung steht noch unter dem Vorbehalt der Annahme des Juryvotums.

Ekel-Tanz vor dem Altar

Bundesweit in die Kritik geraten war bodytalk im vergangenen Jahr mit einer Performance vor dem Altar im Hohen Dom zu Paderborn. Anlass war die Eröffnung der Sonderausstellung zum 775. Westfalen-Jubiläum durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Hendrik Wüst und Erzbischof Udo Bentz.

Bei der Aufführung schwangen zunächst eine Frau und ein halbnackter Mann Sensen. Anschließend trat ein weiterer Mann mit nacktem Oberkörper und einer Schüssel voller gerupfter Hühner in Windeln auf. Die toten Tiefkühltiere wurden an den Händen durch den Altarraum geführt. Dazu sang der Performer zur Melodie des 80er-Jahre-Hits „Live Is Life“ von Opus die Worte „Fleisch ist Fleisch“. 

Zehntausende Menschen unterzeichneten daraufhin eine Online-Petition gegen die aus ihrer Sicht erfolgte Entweihung des Doms. Das Paderborner Domkapitel entschuldigte sich für die Performance und kündigte eine genauere Prüfung künftiger Aufführungen an.

 

Die Förderung von bodytalk durch das Land NRW ist nicht neu: Seit 2012 erhielt das Ensemble nach Angaben aus einer früheren parlamentarischen Anfrage insgesamt 1,13 Millionen Euro vom Land. Mit der nun geplanten Spitzenförderung kommen für die Jahre 2027 bis 2029 weitere 240.000 Euro hinzu.

 

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