BMW zieht Angebot für Dienstwagen von AfD-Landtagspräsident Rausch zurück

Veröffentlicht am 9. Oktober 2026 um 15:34

BMW zieht Angebot für Dienstwagen von AfD-Landtagspräsident Rausch zurück

BMW hat am 06. Oktober sein Leasingangebot für den Dienstwagen des Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt zurückgezogen. Das bestätigte die Landtagsverwaltung der "Zeit", während BMW sich nicht im Detail äußern wollte. An diesem Tag wurde in Sachsen-Anhalt mit Tobias Rausch der erste AfD-Politiker in das Amt eines Landtagspräsidenten gewählt.

Dem gewählten Landtagspräsidenten steht ein Dienstwagen samt Fahrer zu. Von seinem Amtsvorgänger übernimmt Rausch einen 7er-BMW, dessen Leasing noch bis November läuft. Das Angebot von BMW war das einzige eines namhaften deutschen Herstellers. Mercedes und Audi hatten kein Angebot abgegeben. Eigentlich ist es eine Prestigefrage für die Konzerne, deutsche Parlamente und Behörden mit Dienstfahrzeugen zu versorgen.

Rausch reagiert auf Rückzug von BMW-Angebot: "Werde diskriminiert"

Tobias Rausch hat auf den Rückzug des Dienstwagen-Angebots von BMW reagiert. Der neue Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt übt gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" scharfe Kritik am Autobauer. "Ich werde aufgrund meiner Parteizugehörigkeit diskriminiert", sagte er. "Ich finde es erschreckend, dass BMW eine staatliche Institution und auch das Land Sachsen-Anhalt verächtlich macht."

Dabei sei der Dienstwagen bereits bestellt gewesen, sagt Rausch. Wenige Stunden nach seiner Wahl habe BMW aber mitgeteilt, dass es die Bestellung nicht annehmen werde. Eine Begründung habe das Unternehmen nicht geliefert.

Rausch will nun nach einem neuen Lieferanten suchen lassen, sagt er der "Mitteldeutschen Zeitung". Auch für den Fall, dass sich keiner findet, hat der AfD-Politiker einen Plan. „Notfalls komme ich mit meinem Privatwagen zu Terminen.“ Rausch fährt privat einen weißen Audi.

Rausch schreibt offenen Brief an BMW-Führung

Nach seinem Interview mit der "MZ" legt Tobias Rausch jetzt noch einen drauf. Er richtet sich in einem offenen Brief an die BMW-Unternehmensführung: "Mit großer Verwunderung und persönlicher Enttäuschung habe ich zur Kenntnis genommen, dass die BMW AG ihr bereits unterbreitetes Leasingangebot zurückgezogen hat", schreibt Rausch in dem Brief an den Vorstand des Autobauers. "Soll künftig die politische Überzeugung eines Menschen darüber entscheiden, ob ein deutsches Unternehmen mit ihm Geschäftsbeziehungen unterhält?", fragt Rausch in dem Schreiben. 

Rausch rief zugleich BMW-Vertragshändler in Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland dazu auf, gegenüber der Konzernzentrale deutlich zu machen, welche Bedeutung politische Offenheit und die Gleichbehandlung von Kunden hätten. Rausch warf der BMW-Führung vor, sich mit der Entscheidung an einer gesellschaftlichen Spaltung zu beteiligen. 

 

Quelle: Focus Online

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